Von Umsätzen und Vergütungsmodellen.

AdWords-Kampagne erstellen, ein wenig herumprobieren. Laufen lassen. Auftragsbestätigungen schreiben.

Schöner Traum, der leider wenig mit der Realität zu tun hat. Abgesehen von den Auftragsbestätigungen, natürlich 🙂

Die Wirklichkeit: Gründliche strategische Vorüberlegungen. Stundenlange Keyword-Recherche. Mindestens einmal monatlich Keywords optimieren, je nach Projekt wöchentlich. Varianten testen, Anzeigen umformulieren und Gebote anpassen. Traffic erhöhen, Netzwerke ausweiten oder einschränken. Werbezeiten überdenken. Saisonale Aktivitäten rechtzeitig planen.

Das alles muss sein, kostet aber Zeit. Ein Dienstleister kann sein, kostet aber Geld. Und die Frage nach dem „wieviel“ bringt erstaunlich unterschiedliche Abrechnungsmodelle zum Vorschein.

Und welches davon macht am meisten Sinn?

Kommt auf den Kunden an und auf das zu bewerbende Angebot.

Preislisten wie beim Metzger meines Vertrauens sind mir dabei eher suspekt. Denn dass die Einrichtung eines Kontos mit rund 180,00 € dem erforderlichen Aufwand gerecht wird und rund 150,00 € für die monatliche Betreuung, würde ich nicht ohne weiteres unterschreiben.
(auch wenn bei derlei Preisangaben noch der Zusatz „ab“ hervorlächelt).

Einem Freiberufler, der zwei oder drei Dienstleistungen im Portfolio hat und mit rund 20 Suchbegriffen auskommt, könnte man damit sicher gut bedienen.

Und den Betreiber eines Online-Shops mit 500 Produkten?

Eine Methode, die jedem Kunden transparent und fair erscheint, gibt es wohl nicht.

Was mir persönlich auf Anhieb unsympathisch wäre, ist eine Vergütung in Abhängigkeit vom AdWords-Budget.

Wer sich auch nur ansatzweise mit der Thematik beschäftigt hat, ahnt, dass der Erfolg einer Kampagne nicht in erster Linie budgetabhängig ist. Vielmehr entscheidend sind ein gutes Konzept, die Fähigkeit, sich in die Bedürfnisse des Kunden hinein zu versetzen und Fleißarbeit bei der Suche und Pflege der richtigen Keywords und Varianten. Und ob eine Agentur danach streben würde, das Budget ….. nein, sowas schreibe ich hier mal nicht. Und Gedanken sind ja bekanntlich frei.

Gordian Hense hat sich über Abrechnungsmethoden auch seine Gedanken gemacht und diese Variante schneidet – welch Zufall – auch bei seinen Überlegungen nicht gut ab. Vielmehr befürwortet er eine monatliche Pauschale in Abhängigkeit vom Budget in Kombination mit einer Provision auf die Cash-Flow-Veränderung. Auch schön zu lesen ist in diesem Zusammenhang seine Einschätzung zum fachlichen Hintergrund vieler AdWords-Betreuer in Agenturen, die aus der Werbung kommen und zwar den notwendigen technischen Hintergrund mitbringen, um Kampagnen zu managen, aber in bezug auf betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen eher mäßig bewandert sind. Fatal, denn bei AdWords geht es eher selten um Emotionen, sondern meist um nackte Zahlen.

Weitere Antworten und Anregungen zum Thema gibt auch Olaf Kopp, z.B. Abrechnung in Abhängigkeit vom Kampagnen oder einen Mix aus erfolgsabhängigem Honorar, Fixpreis und Volumen.

 

 

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